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Collate: Das virtuelle Forschungszentrum zur europäischen Filmzensur
   
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  Filmarchive im digitalen Zeitalter

Das Projekt

Das Deutsche Filminstitut – DIF, das Filmarchiv Austria – FAA in Wien und das Národní Filmový Archiv – NFA in Prag starteten im September 2000 gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut / IPSI (Darmstadt) ein gemeinsames Forschungsprojekt zum Film der späten 20er und frühen 30er Jahre. Im Vordergrund stand eine vergleichende Untersuchung der Zensurpraxis in den drei Ländern – vor dem Hintergrund der einzigartigen ästhetischen Umbrüche (Stummfilm - Tonfilm) und der politischen Krisenphänomene.

Um ein solches Projekt sinnvoll betreiben zu können, bedurfte es neuer Formen der Wissensorganisation und Kooperation. Die Zielsetzung von COLLATE gestaltete sich deshalb wie folgt:

  • eine virtuelle Bibliothek zu Zensurdokumenten und zensurbezogenen Materialien zu bauen und damit Sammlungen, die in verschiedenen Archiven in unterschiedlichen Ländern verstreut sind, online verfügbar zu machen. Damit wird die Voraussetzung für effektiven Wissensaustausch und kollaborative Arbeit geschafft.
  • ein virtuelles Forschungszentrum (ein sog. „collaboratory“) zu implementieren. Die Mitarbeiter der drei beteiligten Archive haben nicht nur Zugang zu den Materialien, sondern auch die Möglichkeit, gemeinsam an den Dokumenten zu arbeiten, sie zu lesen, zu vergleichen, eigene Kommentare hinzuzufügen, ihr Wissen abzugleichen und zu erweitern. Das ist die Vorbedingung für eine komparative Analyse der Zensurpraxis in den drei Ländern.

Die praktische Forschungsarbeit zum Thema Filmzensur war dabei Teil des weitergehenden Versuchs, das Potential solcher kollaborativer Arbeitsformen im kulturwissenschaftlichen Bereich auszuloten. Demgemäß entschieden sich die COLLATE-Archive für mehrere unterschiedliche Ansätze. Zunächst einmal wurde zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Bereichen unterschieden:

  • die "source edition“: gemeinsame Editionsarbeit an ausgewählten Themen, die den Ausgangspunkt für eine ausführliche komparative Analyse der gängigen Zensurpraxis in Österreich, der Tschechoslowakei und Deutschland bildet.
  • die "surrogate production“: eine Veranschaulichung, wie Zensurdokumente (entsprechend vorbereitet) zur Unterstützung von Filmrekonstruktionen genutzt werden können.

Auch innerhalb dieser beiden Felder wurden noch einmal zwei verschiedene Ansätze gewählt.

In der "surrogate production" (eine Art Vorstufe zur Filmrekonstruktion) wurde – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen – versucht, zwei verschiedene "Film-Surrogate" zu produzieren:

  • den letzen Akt des österreichischen Tonfilms CAFE ELECTRIK,
  • den ganzen tschechischen Stummfilm ZPEV ZLATA (VETRELEC).

In der "source edition" finden sich zwei sehr unterschiedliche Fallstudien:

  • eine umfangreiche, vergleichende Untersuchung zum Zensurfall PANZERKREUZER POTEMKIN in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei,
  • eine Analyse über die Beziehung von Zensur und Genre am Beispiel von sechs ausgewählten Horror-Filmen.

Auf dieser Webseite sind die Projektergebnissen abrufbar. Vorhanden sind ca. 30 Essays mit Links zu über 600 Seiten zeitgenössischer Dokumente.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an eckes@deutsches-filminstitut.de

 
 

 

   
       

Collate Film und Zensur Filmzensur in Deutschland, Österreich und in der Tschechoslowakei in den 20er und 30er Jahren